Mit der neuen My Mario App bringt Nintendo seine bekannteste Figur dorthin, wo Kinder heute ganz selbstverständlich unterwegs sind: auf Smartphones und Tablets. Und plötzlich steht Mario nicht mehr nur auf dem Fernseher, sondern direkt vor kleinen Händen.
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Mario rückt näher als je zuvor
Wer Mario noch vom NES kennt, erinnert sich an die Zeit, in der er zum ersten Mal frei über den Bildschirm lief. Genau dieses Gefühl schwingt in der My Mario App mit. Mario steht frontal im Raum, reagiert auf Berührungen und wirkt fast greifbar.
Zieht man an seiner Nase, bewegt sich sein Gesicht. Tippt man auf seinen Bart oder bestimmte Objekte, folgen kleine Animationen. Es sind keine komplexen Spielmechaniken. Es sind bewusste, einfache Interaktionen. Für Erwachsene ist das nostalgisch. Für Kinder ist es eine direkte Einladung, diese Figur kennenzulernen.
Spielerisches Lernen mit bekannten Symbolen
Besonders spannend wird es bei den ikonischen Elementen der Nintendo Welt. In der App tauchen der klassische Fragewürfel, die grüne Röhre und andere bekannte Objekte auf. Wird eines dieser Elemente angetippt, erklingen die vertrauten Sounds aus den Spielen.
Diese akustischen Signale funktionieren sofort. Kinder verbinden Bild, Aktion und Ton miteinander. Sie lernen spielerisch, dass ein Würfel etwas auslöst oder dass eine Röhre für einen Ortswechsel steht. Was für langjährige Fans selbstverständlich ist, wird hier ganz behutsam eingeführt.
So entsteht eine Art Grundverständnis für die Logik der Nintendo Spielewelt, noch bevor überhaupt eine Konsole im Spiel ist.
Nintendo öffnet sich dem Preschool Markt
Die App wirkt nicht wie ein isoliertes Projekt, sondern wie Teil einer größeren Entwicklung. Nintendo erweitert seine Zielgruppe spürbar in Richtung Preschool Bereich. Figuren wie Mario, Princess Peach oder Link werden frühzeitig als vertraute Charaktere etabliert.
Mit Princess Peach Showtime hat Peach im letzten Jahr sogar einen eigenen großen Titel auf der Switch bekommen. Das ist mehr als nur Fanservice. Es ist ein klares Signal, dass Nintendo neue Zielgruppen anspricht und bewusst auch jüngere Spielerinnen in den Fokus rückt.
Filme, Lego und eine wachsende Markenwelt
Spätestens mit dem Erfolg von The Super Mario Bros. Movie wurde deutlich, wie stark Nintendo seine Figuren inzwischen außerhalb der klassischen Gaming Szene positioniert. Rund um den Kinostart füllten sich die Läden mit Spielzeug, Sammelfiguren und Merchandising Produkten.
Dazu kommen Kooperationen mit Lego, bei denen Kinder interaktive Mario Sets bauen können, ohne je eine Konsole in der Hand gehalten zu haben. Auch Marken wie Animal Crossing oder Splatoon werden visuell stärker inszeniert und für ein breiteres Publikum geöffnet.
Nintendo denkt längst nicht mehr nur in Hardware Generationen. Es geht um eine Markenwelt, die im Kinderzimmer beginnt.
Eigene Animationen als logischer nächster Schritt
Zusätzlich hat Nintendo eine eigene Film und Animationssparte aufgebaut. Neben großen Kinoproduktionen erscheinen bereits Kurzfilme und aufwendig produzierte Clips. Der nächste Schritt liegt fast auf der Hand.
Eine eigenständige Animationsserie für jüngere Kinder wäre die logische Erweiterung. Plattformen wie Netflix oder Amazon Prime Video zeigen, wie stark Serien im Vorschulbereich funktionieren. Formate wie Gabby’s Dollhouse oder Paw Patrol prägen früh, welche Figuren Kinder lieben und wiedererkennen.
Nintendo verfügt über ein ganzes Portfolio an starken Marken. Mario, Luigi, Princess Peach, Toad, Link, Charaktere aus Animal Crossing oder Splatoon. Stoff für mehrere Staffeln wäre mehr als genug vorhanden.
Vom Zuschauen zum Spielen
Die strategische Kette wirkt klar. Erst kommt die Serie oder der Film. Dann das Spielzeug. Dann die App. Und irgendwann die Konsole. Wer mehrere Staffeln mit einer Figur gesehen hat, kennt ihre Welt, ihre Geräusche und ihre Regeln. Der Schritt zur Switch ist dann kein Sprung ins Unbekannte mehr, sondern eine natürliche Erweiterung.
Die My Mario App zeigt, wie subtil dieser Prozess beginnen kann. Ein paar Berührungen auf dem Tablet. Ein vertrauter Sound aus einem Fragewürfel. Ein Lächeln, wenn Mario reagiert.
Kaum jemand spricht offen darüber. Doch betrachtet man die Entwicklung der letzten Jahre, wird deutlich, wie strategisch Nintendo seine Marken neu positioniert. Nicht weg von den klassischen Gamern, sondern zusätzlich hin zu einer Generation, die ihre erste Begegnung mit Mario nicht am Fernseher, sondern auf dem Tablet hat.
Und genau darin liegt die eigentliche Stärke dieser App. Sie ist kein großes Spiel. Sie ist ein Einstieg.
Ein Einstieg in eine Welt, die Nintendo langfristig sichern will.

